Stummel, Friedrich Prof.



Prof. Friedrich Stummel (* 20. März 1850 in Münster; † 16. September 1919 in Kevelaer) war ein deutscher sakraler Künstler, der besonders als Maler der Nazarener Kunst wirkte.

Stummel erzielte 1878 seinen ersten großen internationalen Erfolg. Sein Gemälde Mamas Boudoir wurde auf der Kunstausstellung im Londoner Crystal Palace ausgestellt und mit der silbernen Medaille ausgezeichnet. Im gleichen Jahr gewann sein Freskobildnis Albrecht Dürers den von der Düsseldorfer Akademie ausgeschriebenen Konkurrenzwettbewerb der Biehl-Kalkhostschen Stiftung für Freskomalerei.

Im Jahr 1879 bereiste Stummel Italien. Er arbeitete für Ludwig Seitz an den Chorfresken im Dom von Treviso. Im nächsten Jahr arbeitete er mit Friedrich Geselschap, den er zuvor in Rom kennengelernt hatte, an der Ausmalung des Zeughauses von Berlin. Gemeinsam fertigten beide Künstler auch in diesem Jahr die Entwurfszeichnungen der Mosaike für die Fassade des Kunstmuseums in Berlin.

Stummel malte eine Vielzahl von Kirchen aus. Als bedeutende waren dies 1881 die Beichtkapelle in Kevelaer, 1885 eine Kirche in Anholt, ab 1888 die Gnadenkapelle in Kevelaer, 1891 folgte dort die Ausmalung der Marienbasilika von Kevelaer in der Technik der Wasserglasmalerei. 1895 war er mit der Ausstattung von St. Aposteln in Köln, der Kathedrale unserer lieben Frau in Luxemburg und des Doms von Pelplin beschäftigt. 1903 übernahm er die Ausmalung der Rosenkranz-Basilika in Berlin-Steglitz, 1906 die Herz-Jesu-Kirche in Berlin-Prenzlauer Berg.

Des weiteren ist Stummel für die ornamental gemalte Gestaltung zahlreicher Dorfkirchen am Niederrhein verantwortlich. Viele seiner Werke wurden aber Opfer des Bildersturmes, der dem Zweiten vatikanischen Konzil folgte. 1899 bekam er den Kronenorden IV. Klasse verliehen, 1901 den päpstlichen Gregoriusorden. 1905 hatte Stummel die angebotene Professur von der Hochschule zu Charlottenburg für mittelalterliche Malerei abgelehnt.



Sankt Hubertus, 23,7 x 33,5 cm, Bleistift weiß gehöht